Energiearmut in der Mainzer Altstadt

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Jahr für Jahr wird in Deutschland mehr als 300.000 Haushalten zeitweise der Strom und 60.000 Haushalten das Gas abgestellt. Ausweislich des aktuellen Monitoringberichts der Bundesnetzagentur 2017 wurden 2016 318.469 Stromsperren im Auftrag des Grundversorgers und 266.844 Sperren in der Grundversorgung und 61.639 Sperren außerhalb der Grundversorgung bundesweit verhängt.

Grund sind unbezahlte Rechnungen, für die es nach Auffassung der Verbraucherzentralen und der Sozialbehörden verschiedene Gründe gibt. So reagieren die Betroffenen meistens zu spät, um die Sperre zu verhindern. Andererseits werden aber auch die stark steigenden Strompreise für die „Energiearmut“ verantwortlich gemacht. Der Energieanteil in den Leistungssätzen decke den Strom¬bedarf eines Ein-Personen-Haushalts bei weitem nicht ab. Zugleich könnten sich gerade ein¬kommens¬schwache Haushalte keine neuen Energie sparenden Geräte leisten, verbrauchten daher überdurchschnittlich viel Strom und steckten darüber hinaus in teuren Verträgen fest.

Wir fragen deshalb die Verwaltung:

1. Wievielen Haushalten in der Mainzer Altstadt wurde im vergangenen Jahr Strom oder Gas abgestellt?

2. Welche Ursachen sieht die Stadt Mainz hinter der „Energiearmut“?

3. Welche Personengruppen sind besonders betroffen (z. B. Alleinerziehende, RentnerInnen mit Minirenten)

4. Welche Hilfsmöglichkeiten bietet die Verwaltung diesen Personengruppen (spezielle Förder- und Ratenprogramme)?

5. Welche Beratungsangebote werden Betroffenen, denen eine Sperre unmittelbar bevorsteht und die jedoch nicht aktiv geworden sind, unterbreitet?

Ilona Mende-Daum, SPD-Fraktion

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